Herstellung eines Schmuck-Papyrus

Papyrus

Papyrus wird aus der faserreichen Papyruspflanze hergestellt. Im Alten Ägypten nannte man sie djit oder tjufi. Das Wort Papyrus ist vermutlich eine Variation der Bezeichung „pa-en-per-aa“ was soviel Bedeutet wie „das des Pharaos“. Ägypten war ein großes Land, das zentral regiert wurde, daher waren Briefe, Dokumente und Schriftrollen ein wichtiges Kommunikationsmittel, genau wie heutzutage auch. Nur gab es natürlich keine Kopiermaschinen und Drucker, so dass es vor allem die Aufgabe der Schreiber war, wichtige Botschaften zu vervielfältien. Der Beruf des Schreibers war daher sehr hoch angesehen, denn schließlich sorgten sie für die so wichtige Kommunikation im gesamten Ägypten. Es hieß sogar, die Schreiber würden durch ihr Werk unsterblich.

Schreiber im Alten Ägypten, Staatliches Museum Ägyptischer Kunst, München

Schreiber im Alten Ägypten, Staatliches Museum Ägyptischer Kunst, München

Ein Papyrus zu zeichnen ist also durchaus ein heiliger Akt. Man darf die Herstellung also ruhig etwas festlicher begehen und vielleicht etwas Räucherwerk und einige Kerzen entzünden und sich mit einer kurzen Meditation auf das Thema des zukünftigen Papyrus einstimmen.

Ich habe für meines eine Darstellung des Gottes Bes gewählt. Er soll künftig in meinem Flur stehen und als Wächter fungieren.

img_6209So wirds gemacht!

Papyrus bekommt man heute in fast jedem Bastelgeschäft. Dabei kann man zwischen frischem Papyrus, welches eine hellgelbe Farbe hat, und einem „antik“Papyrus, das einem künstlichen Alterungsprozess unterzogen wurde und eine eher mittelbraune Farbe hat wählen.

Möchte man ein kleinere Stück Papyrus abschneiden, empfiehlt es sich das mit einem scharfen Messer entlang der Papyrusfaser zu tun, damit die natürliche Optik der Ränder nicht verloren geht. Ein einfaches Schneiden mit der Schere sieht viel zu gerade und künstlich aus. Aufgrund der gitterartige Anordnung der Fasern kann man es nicht reißen. Dazu ist auch es viel zu stabil.

bes-wip-2Papyrus hat eine raue faserige Oberflächenstruktur, was beim Zeichnen etwas hinderlich sein kann, doch mit einem weichen Bleistift kann man darauf sehr gut vorzeichnen und sogar radieren. Auch der Radiergummi sollte auf keinen Fall zu rauh sein, sonst lösen sich die Fasern beim radieren. Auch kann man mit Blaupapier ein Ornament vom Papier auf das Papyrus übertragen. Im Internet findet man zahlreiche altägyptische Zeichnungen die man ausdrucken und nachfahren kann.

Sind die Grundlinien übertragen, kann man diese zunächst mit schwarzer Farbe und einem dünnen weichen Pinsel nachfahren. Acrylfarben funktionieren hervorragend auf Papyrus. Die meisten käuflichen Papyri sind ebenfalls mit Acryl gemalt.

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Dann beginnt man mit dem Füllen der Flächen. Altägyptische Malereien waren ebenfalls sehr flächig, daher kann man getrost auf Schattierungen verzichten und im Grunde wie in einem Kindermalbuch ausmalen. Acrylfarbe hat auch den Vorteil, dass sie sehr schnell trocknet, lichtecht und sehr gut haltbar ist. Außerdem gibt es gut deckende Goldfarbe, die man gerade bei altägyptischer Kunst ruhig verschwenderisch einsetzen darf.

 

 

Ägyptische Farbenlehre

Ein wenig sollte man mit den Farbbedeutungen vertraut sein.

ROT steht für Blut, Wüste, Negatives, aber auch für sehrt starken Schutz. Es ist eine sehr ambivalente Farbe, mit der man umzugehen bereit sein solle, wenn man sie einsetzen möchte

SCHWARZ ist eine durchweg positive Farbe, denn sie steht für den fruchtbaren Nilschlamm, der die ausgedörrten Böden nach der Trockenperiode schwarz färbte. Was also auf uns Mitteleuropäer eher düster wirkt, ist die Lebensfarbe schlechthin im Alten Ägypten.

GRÜN ist leicht zu verstehen, es steht natürlich für Vegetation, Jugend, neues Wachstum, Wiederbelebung

BLAU steht für die himmlische, göttliche Sphäre und ist besonders in Kombination mit Gold eine Königsfarbe. Es steht auch für das schöpferische Wasser des Urmeers.

WEISS und SILBER stehen für Reinheit, aber auch für Heiligkeit. Man verwendete Weiß oft um die Farbe Silber in Malereien zu ersetzen. Silber war interessanterweise viel seltener als Gold und daher auch wertvoller. Auch im Totenkult spielte weiß oder weiße Kleidung eine große Rolle.

GOLD und GELB stehen für eine starke solare Energie und Lebenskraft. Man nahm an, das die Körper der Götter aus Gold waren, was zumindest in Form von Statuen auch häufig zutraf. Zusammen mit Blau war Gold auch häufig als königliche Farbe anzutreffen.

bes-wip-1Die Fertigstellung

Ist das Papyrus nun fertig ausgemalt sollte es erstmal gut trocknen. Ein Finish ist nict zwingend nötig, da die Farbe gut auf dem Untergrund haftet, aber wenn man sehr sicher gehen möchte kann man natürlich mit einem herkömmlichen Fixierspray arbeiten.

Nun kann man das fertige Kunstwerk in einen Bilderrrahmen setzen und an die Wand hängen. Ein schlichter Rahmen mit einer Kunststoff- oder Glasscheibe ist ideal um das Papyrus. Das Papyrus sollte auf jeden Fall nicht ungeschützt angebracht werden, da es sonst mit der Zeit sehr trocken und brüchtig wird.

Natürlich kann man ihn auch vorsichtig und locker zusammenrollen und verschenken, nur sollte es nicht zu lange in gerolltem Zustand bleiben, da sich beim entrollen Risse in der Farbschicht bilden können.

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