Natron

Natron ist ein wesentlicher Bestandteil altägyptischer Riten und Alltagsgewohnheiten. Der deutsche Name „Natrium“ ist vemutlich über das arabische ‏ناترون‎ „natrun“, „Natron“ aus dem ägyptischen „netjerj“ abgeleitet. Netjeri heisst in ester Linie „dem Totenkult zugehörig“ doch die Ähnlichkeit mit der Bezeichnung für Götter nämlich „netjer“ legt auch die heilige Qualität dieses Stoffes nahe.

Natron diente vor allem als Reinigungsmittel und wurde aufgrund seiner stark dehydrierenden Wirkung zusammen mit Harzen und Kräutern zur Mumifizierung eingesetzt, die ja nicht zuletzt einen Ritus der Vergöttlichung des Verstorbenen darstellt. Dabei bezeichnet der Begriff Natron aus historischer Sicht keine spezifische chemische Verbindung, wie heute etwa das Natriumhydrogencarbonat oder Natriumcarbonat. Altägyptisches Natron konnte je nach Vorkommen recht unterschiedliche Zusammensetzungen aufweisen. Gewonnen wurde es aus den Sodaseen in Ägypten.

Mount Lengai seen from Lake Natron, Northern Tanzania Wikimedia Commons, by Clem23

Ich verwende für den Hausgebrauch eine Mischung aus Küchennatron und Meersalz die völlig unschädlich ist und problemlos für jede Art von Reinigungsritualen eingesetzt werden kann und dem altägyptischen Original dennoch sehr ähnlich ist.

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Die Herstellung

1 Tasse Meersalz
1 Tasse Küchennatron
2-3 Tassen kochend heißes Wasser

Man löst das Salz und das Natron zusammen in dem Wasser auf und zwar am besten in einer flachen Schale. Nun beginnt die Trockungszeit. Am besten legt man dazu die Schale an einen warmen Ort und rührt ab und zu um oder – wenn es besonders schnell gehen soll – gibt die Masse auf ein Backblech und lässt es bei etwa 100°C im Ofen trockenen bis das Wasser vollständig verdunstet ist.

Das ergibt ein krümeliges Granulat, dass man gut in Wasser auflösen kann oder mit Öl, Kräutern und Salz auch zu Peelings verarbeiten kann. Man kann es auch in ein Leinenbeutelchen geben und z.B. als Amulett tragen.

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