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Akhu – Ahnenverehrung

Wer sind die Akhu?

Jeder, der gestorben ist und die Herzenswägung vor dem Totengericht vor 42 Gottheiten bestanden hat, wird ein Teil der sog. gerechtfertigten Toten. Er wird zu einem Akh (plural: Akhu).

Ein Akh [= der/die (magisch) ermächtigte] repräsentiert den Verstorbenen, der göttlich verklärt wurde. Man spricht auch vom sog. Lichtglanz, den akh bedeutet auch „leuchten“ oder „glänzen“. Die Ahnen wandeln nach dem altägyptischen Glauben nach ihrem Tod als Gott unter Göttern, sie werden ebenfalls zu einem „netjer“.

Da sie zuvor ein menschliches Leben geführt haben, haben sie ein besonderes Verständnis dafür, was es bedeutet ein Mensch zu sein und gelten als besonders gute Vermittler zwischen der Götterwelt und den Menschen. Gleichzeitig sorgen die Hinterbliebenen durch Rituale, Magie, Opfergaben, Hymnen und Gebete in der Gegenwart dafür, dass es den Ahnen in der Duat, im Jenseits, gut geht. Die Opfergaben ähneln jenen der Götter, nämlich kühles Wasser, Brot, alkoholische Getränke, verschiedene zubereitete Speisen.

Der altägyptische Todesbegriff

Das Sterben des Körpers war nur eine Art Zwischenstation vor der Wiedergeburt ins ewige Leben. Dazwischen stand der Aufenthalt in der Unterwelt, die Duat, galt als sehr gefährlicher Ort galt. Von dort hatte man sich zum Totengericht einzufinden. Die Duat war voller ungerechtgertigter Seelen, die dort umhergeisterten und das nicht ohne Grund. Sie galten als bösartig und gefährlich. Andererseits gab es wiederrum Wächter und gute Unterweltswesen, die die Verstorbenen sich durch diese unsichere Umgebung geleiteten, so dass sie unversehrt zum Göttergremium erscheinen konnten. Wer ein einigermaßen rechtschaffenes Leben geführt hatte, hatte auch nichts zu befürchten. Es geht nicht darum möglichst perfekt zu sein, denn das Prinzip der Ma’at bedeutet nicht vollkommen zu sein. Es steht für Gleichgewicht und gute Intention. Dass dabei auch mal etwas schief läuft, wissen selbstverständlich auch die Götter.

Für die Alten Ägypter war die Nichtexistenz des Seins der eigentliche Tod. Wer das Totengericht nicht bestand, dessen Seele wurde von der Seelenfresserin Ammit für alle Ewigkeit vernichtet.

Ahnenverehrung und Ahnenschrein

Im heutigen Kemetismus ist daher die Ahnenverehrung, die vielmehr eine Ahnenfürsorge ist, unerlässlicher Teil der persönlichen Praxis. Zu diesen gehören natürlich die eigenen verstorbenen Familienmitglieder, aber man kann genauso auch verstorbene Würdenträger verehren, wie Mitglieder des Königshauses, Weisheitsgelehrte oder Mitglieder der Priesterschaften, wenn man eine Verbindung spürt. Im Gegensatz zu Menschen, müssen sie kein Totengericht bestehen, sondern werden direkt „durchgewinkt“.

Den Akhu Schrein oder Altar kann man sich ganz ähnlich, wie den Götterschrein einrichten. Jedoch sind die Reinheitsanforderungen nicht ganz so streng, wie bei den Gottheiten. Er kann also durchaus offener gestaltet sein. Mit Bildern, vielleicht einigen Erinnerungsstücken, einer Wasserschale, einer Opferschaler Kerzen oder anderen Lichtquellen und Räucherwerk kann man sich schon einen vollständigen Akhu Schrein oder Altar einrichten. Eine Besonderheit ist bei den Opfergaben zu berücksichtigen: Sie sollten hinterher nicht selbst verspeist, sondern – im Gegenseits zu den Götteropfergaben – entsorgt werden. Das hat den Hintergrund, dass die Opfergaben der Ahnen als „todeskontaminiert“ gelten und das möglicherweise unerwünschte Folgen für den Opfernden haben könnte. Erbittet man die Hilfe der Ahnen, kann man z.B. kleine Zettel mit dem jeweiligen Wunsch und einer Opfergabe auf dem Schrein deponieren. Eine andere Variante ist auch erst den Zettel zu deponieren und erst dann zu opfern, wenn der Wunsch erfüllt ist.

Dua Akhu!
Ehre sei den Ahnen!

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