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Altägyptische Knotenmagie

Eine häufig verwendete Form der Magie im alten Ägypten war die Knotenmagie. Knotenmagie wurde mit Anubis assoziiert, da er als Gott der Mumifizierung derjenige war, der über sämtliche Leinenbänder, Schnüre und Seile herrschte.

Aus dem Papyrus Cheaster Beatty VII ist ein Gift-Gegenzauber überliefert, bei dem das Gift einer Pflanze in sieben Knoten „gebunden“ wurde, damit diese für eine Wundheilung ohne Gefahr eingesetzt werden konnte.

Ein weiterer überlieferter Zauber aus einem graecoägyptischen Papyrus der Spätzeit diente dazu einen Bann zu erzeugen, der feindselige Kräfte fernhielt. Dabei wurden Knoten in eine schwarze Schnur eingebracht und jeweils mit der Formel „Halte den Gebundenen auf.“ beschworen.

Eine andere Variante war Knoten einzusetzen um zu verhindern, dass Dinge vor dem idealen Zeitpunkt eintraten. Hier sind vor allem Schwangerschaften zu nennen und Zauber zur Vermeidung einer Frühgeburt. Hier konnte dann durch das gezielte Lösen der Knoten die Geburt auch eingeleitet werden.

Von links nach rechts:
gewundener Docht, Sa-Schleife, Isisknoten
(erstellt mit JSesh)

Netze und Seile dienten häufig als Ritualgegenstand um Wesenheiten aufzuhalten oder einzufangen – sowohl negative wie auch harmlose. Ein sehr ungewöhnliches Beispiel hierfür ist das Netz des Sem-Priesteris, einem speziellen Totenpriester, der mit seinem Netz den Totengeist von Verstorbenen in der Unterwelt einfängt, damit sie sich dort nicht verirren.

Sogar Schmuckstücke, die wie Knoten geformt waren gab es, die als Amulette dienten. Das bekannteste Knotenamulett ist das sog. Tit-Amulett oder auch Isisblut genannt. Im Folgenden will ich beschreiben, wie man ein solches Amulett herstellen kann.

Geschichtliche Hintergründe

Der Isisknoten sieht aus wie ein Ankh mit nach unten hängenden Seitenschlaufen. Es handelt sich dabei tatsächlich um ein Knotenamulett, selbst wenn es auch häufig aus Karneol, roter Fayence oder Glas gefertigt wurde.

Wie der Name schon sagt ist der Isisknoten auf Isis bezogen, steht jedoch auch in engem Zusammenhang mit der Göttin Hathor. Manchmal wurde das Amulett auch mit einem Porträt der beiden Göttinnen versehen.

Isisknoten, Ägyptisches Museum München
Isisknoten, Ägyptisches Museum München

Es war ein Schutzsymbol besonders für Frauen, Schwangere und Gebärende, wurde aber auch Verstorbenen mit ins Grab gelegt. Das macht es natürlich zu einem Lebenssymbol ähnlich dem Ankh. Da Isis auch mit der Heilkunde assoziiert wird, eignet es sich auch sehr gut für Heilmagie.

Wie der Knoten genau gemacht wurde ist heute leider nicht mehr genau nachvollziehbar. Ich habe daher eine eigene Methode entwickelt, die gut funktioniert und leicht nachzumachen ist.

Herstellung

Ich nehme dafür

  • ein Stück dicke Baumwoll- oder Leinenschnur
    (ca 50cm lang und 0,5cm im Durchmesser)
    ein Stück kräftigen Faden
    eine lange Nähnadel

Das Knoten ist bereits ein magischer Akt, daher sollte man sich vor der Herstellung ein wenig besinnen, vielleicht meditieren und sich geistig auf den Zweck des Amulettes konzentrieren.

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Zunächst mache ich eine einfach Schlaufe in die Mitte der Schnur. Dann teile ich zwei weitere Schlaufen ab.

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Mit diesen zwei Schlaufen setze ich eine Schleife darunter (wie beim Schnursenkelbinden)

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Man könnte den Knoten eigentlich auch schon so lassen, aber um ihm etwas Form zu geben, klappe ich die zwei seitlichen Schlaufen nach unten und ziehe ein paar mal mit einer langen Nähnadel einen Faden quer durch die beiden Schlaufen und Mittelstränge der Schnur. Gegebenenfalls kann man auch die Enden mit etwas Faden umwickeln, damit sie sich nicht aufdröseln.

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Nun ist das Amulett fertig und kann seinem Zweck zugeführt werden.

Aufladen des Amuletts

Aus dem Totenbüchern ist folgender Spruch überliefert

  • Dein Blut gehört dir, Isis,
    deine Zaubermacht gehört dir, Isis,
    deine Zauberkraft gehört dir, Isis.
    Das Amulett ist der Schutz des Großen
    und behütet (ihn vor) dem, der Verbrechen an ihm begeht.

Man kann diesen Spruch originalgetreu verwenden oder aber man ändert z.B. den letzten Satz ab und fomuliert ihn dem jeweiligen Zweck entsprechend neu. Wichtig ist, dass man ihn während des Rituals laut sagt oder auf einen Zettel schreibt und beilegt. Das Sprechen oder Schreiben von Sprüchen ist wichtig um den Spruch zur Wirkung zu bringen.

Zusätzlich kann man das Amulett in einem Ritual mit Räucherwerk weihen oder mit etwas Wasser besprengen um es zu aktivieren. Das Amulett kann entweder getrane werden oder an einem besonderen Ort (Schrein, Altar usw.) aufbewahrt werden. Möchte man den Zauber wieder auflösen, reicht es den Knoten einfach wieder aufzumachen.

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